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Tarifpolitik
01. März 2023

Neuer Tarifvertrag für 70.000 Beschäftigte der Kautschuk- und Kunststoffindustrie

Nach zehn Stunden ununterbrochener Verhandlungen haben sich die Arbeitgeber der deutschen Kautschukindustrie (ADK) am Dienstagabend in Fulda mit der Gewerkschaft IG BCE auf einen neuen Tarifvertrag für die bundesweit rund 70.000 Beschäftigten der deutschen Kautschuk- und Kunststoffindustrie geeinigt. Dieser gilt bis zum 31. Mai 2025. „Wieder einmal ist es uns gelungen, durch eine lange Laufzeit von 24 Monaten unseren Unternehmen Planungssicherheit in einer äußerst schwierigen Zeit zu geben“, sagt Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des ADK.

Der neue Tarifvertrag sieht innerhalb der Laufzeit dreimal eine Erhöhung der Entgelte um einen Sockelbetrag vor. Zum 1. Oktober des laufenden Jahres steigen die Gehälter der Beschäftigten um 60 Euro, zum 1. März 2024 um weitere 80 Euro. Ab dem 1. Januar 2025 beträgt die Sockelerhöhung 110 Euro. Auszubildende erhalten in der ersten Stufe 30 Euro, in der zweiten Stufe steigt ihre Vergütung um 40 Euro und zum Januar 2025 erhalten sie 55 Euro monatlich mehr.  Zusätzlich bekommen die Beschäftigten eine Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 3000 Euro, ausgezahlt in vier Tranchen à 750 Euro. Auszubildende erhalten 1000 Euro, ebenfalls ratierlich. Ausgezahlt wird die Prämie jeweils im März und Juli 2023 und 2024. „Durch die Prämie, die von unseren Unternehmen in der aktuell schwierigen Zeit erst einmal erwirtschaftet werden muss, und die erstmalige Einführung von Sockelbeträgen enthält der Tarifvertrag eine starke soziale Komponente, da besonders die unteren Lohngruppen überproportional von den Festbeträgen profitieren“, sagt Thomas Hofmann, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Personalchef von Pirelli. 

„Insgesamt sind wir unaufgeregt und sozialpartnerschaftlich zu einem tragbaren, vernünftigen Ergebnis gekommen“, bilanziert Schmidt. Dennoch seien die Unternehmen für den Kompromiss an die Grenze der Belastbarkeit gegangen. Positiv für die Betriebe seien vor allem die lange Laufzeit und die Verteilung der Entgelterhöhungen vor allem auf 2024 und 2025. „Dadurch, dass wir erst in den kommenden zwei Jahren den Sockel spürbar anheben, schaffen wir unseren Unternehmen in der momentan für viele Betriebe der Branche sehr schwierigen Zeit dringend benötigte Luft zum Atmen“, so Schmidt.

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